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Friseursalon Lichtplanung: Was wirklich zählt

  • 19. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Ich würde 4000 Kelvin in keinem Fall nehmen. Ich plane Friseursalons immer mit 3000 Kelvin.

Das klingt nach einer einfachen Entscheidung. Dahinter steckt eine Geschichte, die viele vergessen haben. Als Leuchtstoffröhren noch Standard waren, hatten 4000-Kelvin-Röhren tatsächlich eine bessere Farbwiedergabe als die warmweißen Varianten. Die warmweißen Röhren verfälschten Farben ins Gelbliche – und wurden mit der Zeit oft grünlich. Das war besonders an Spiegelleuchten sichtbar, die jahrelang nicht gewechselt wurden. Diese Erfahrung hat sich ins kollektive Gedächtnis der Branche eingebrannt: „Fur genaues Sehen braucht man kaltes Licht.“

Mit LED stimmt das nicht mehr. Heute liefert eine gute LED bei 3000 Kelvin einen Farbwiedergabeindex von Ra 97 – wenn man die richtigen Leuchten wählt. Das Argument für 4000 Kelvin ist damit hinfällig. Was bleibt: neutralweißes Licht wirkt im Spiegel klinisch. Es macht Kunden unruhig. Das braucht kein Salon.

Was die Farbwiedergabe wirklich entscheidet

Die Kelvinzahl ist nicht das entscheidende Kriterium. Der Farbwiedergabeindex ist es. Für einen Friseursalon brauche ich mindestens Ra 95, besser Ra 97. Ra 90, das viele Hersteller als „sehr gut“ bewerben, reicht nicht. Der Unterschied zeigt sich bei Blondierungen, bei Colorationen, bei Grautönen. Die Kundin sieht ihr Ergebnis unter meinem Licht – und dann zuhause unter dem Deckenlicht ihrer Küche. Wenn beides übereinstimmt, hat die Lichtplanung funktioniert.

Wie ich die Arbeitsbeleuchtung im Salon plane

Eine Spiegelleuchte klingt nach der offensichtlichen Lösung. Sie leuchtet von vorne, direkt ins Gesicht. Das Problem: Friseurstühle haben eine erhebliche Ausladung. Der Abstand zwischen Spiegel und Kunde ist in der Praxis so groß, dass eine reine Spiegelleuchte zu weit entfernt ist. Das Licht reicht nicht.

Mein Ansatz: indirektes Licht an der Decke als Grundbeleuchtung – das ist obligatorisch. Es erzeugt eine gleichmäßige, blendfreie Helligkeit im gesamten Raum. Ergänzt wird das durch eine streuende Beleuchtung an der Decke, die breit abstrahlt und den gesamten Arbeitsbereich erfasst. In manchen Salons setze ich auch Pendelleuchten mit Rundum-Abstrahlung ein – sie geben Licht in alle Richtungen ab und wirken dabei gleichzeitig als gestalterisches Element. Den Spiegel kann man zusätzlich beleuchten, aber er ist nicht die Hauptlichtquelle.

2026: Dunkle Farben schlucken Licht

Dunkle Wandfarben, dunkle Böden, dunkle Möbel sind gerade sehr en vogue. Das sieht gut aus. Aber dunkle Oberflächen absorbieren Licht, statt es zu reflektieren. Wer einen Salon in Dunkelgrün, Anthrazit oder Schwarz plant, braucht deutlich mehr installierte Leistung als ein klassisch heller Salon. Das stimme ich mit der Architektin oder der Inhaberin ab – aber es muss von Anfang an mitgedacht werden. Wer mir das Farbkonzept erst zeigt, wenn die Wände schon gestrichen sind, hat bereits ein Problem.

Human Centric Lighting: das Optimum

Was heute möglich ist, geht über gute Farbwiedergabe hinaus. Human Centric Lighting – kurz HCL – bedeutet: Licht, das sich automatisch über den Tagesverlauf anpasst. Morgens kühler und heller, um Mitarbeiterinnen wach zu halten und den Biorhythmus zu unterstützen. Im Laufe des Tages wärmer, entspannter. Das alles gesteuert über Farbtemperatur und melanopische Wirkung – also nicht nur was das Auge sieht, sondern was das Nervensystem registriert.

Für einen Friseursalon, in dem Mitarbeiterinnen acht Stunden unter künstlichem Licht arbeiten, ist das kein Luxus. Es ist Arbeitsschutz. Wer das konsequent umsetzt – mit dimmbaren LED, steuerbarer Farbtemperatur und einem automatisierten Tageslichtverlauf – hat einen Salon, der nicht nur gut aussieht, sondern in dem man auch nach Jahren noch gerne arbeitet.

Wann der richtige Zeitpunkt für Lichtplanung ist

Am besten: so früh wie möglich. Wenn ich ab Leistungsphase 2 dabei bin, entscheide ich Leitungsführung, Einbautiefe und Schalterpositionierung gemeinsam mit dem Elektriker – nicht danach.

Ich kann aber in jeder Projektphase etwas verbessern. Auch wenn alles fertig ist. Auch wenn ein Salon seit Jahren läuft und die Inhaberin merkt, dass die Mitarbeiterinnen nach einer Coloration immer nochmal ans Fenster gehen. Dann gibt es fast immer eine Lösung. Licht lässt sich nachbessern. Besser ist es, es gleich richtig zu machen.

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