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Lichtplaner oder Elektriker — was ist der Unterschied?

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit


Ich werde oft gefragt, ob ein Elektriker nicht dasselbe macht wie ich. Die Antwort ist nein — aber ich verstehe, warum die Frage entsteht. Beide arbeiten mit Licht. Beide erscheinen auf der Baustelle. Beide stehen auf irgendwelchen Angebotslisten.

Der Unterschied ist grundlegend. Und er entscheidet darüber, wie dein Zuhause am Ende aussieht.


Was ein Elektriker tut

Ein Elektriker installiert. Er verlegt Leitungen, setzt Dosen, hängt Leuchten auf und sorgt dafür, dass alles sicher und normgerecht läuft. Das ist eine wichtige, anspruchsvolle Arbeit — und ich arbeite auf jeder Baustelle mit Elektrikern zusammen.

Was ein Elektriker in der Regel nicht tut: Er plant nicht, welches Licht wohin gehört, warum, mit welcher Farbtemperatur, welchem Abstrahlwinkel und welcher Lichtverteilung. Er wählt Leuchten nach Verfügbarkeit und Einkaufspreis. Und wenn kein Lichtplaner im Projekt ist, bekommt der Bauherr oft einen Katalog — meistens von einem Günstiganbieter — und darf selbst aussuchen.

Ich habe das in fast 20 Jahren immer wieder gesehen: Der Elektriker trifft bis zu 90 Prozent der Leuchtenmitentscheidungen in einem typischen Projekt. Nicht weil er es nicht besser wüsste — sondern weil kein anderer da ist, der es tut.


Was ein Lichtplaner tut

Ich plane, bevor irgendjemand eine Leitung verlegt. Ich frage zuerst: Was soll dieser Raum können? Wie wird er genutzt? Welche Atmosphäre ist gewünscht? Wo sitzt die Sonne morgens, wo abends? Wo stehen Möbel, wo nicht, wie hoch sind diese Möbel? Es gibt noch viele weitere Fragen. Mit was wird die Wand gestrichen, ist es Titanoxid oder sind es mineralische Farben? Gibt es besondere Wände, die als Highlight herausgearbeitet werden sollen usw.

Dann entscheide ich, wo Licht sitzt, wohin es strahlt, wie hell es ist, wie warm oder kühl, ob es direkt oder indirekt wirkt, ob es gedimmt werden kann und womit. Das ergibt eine Werkplanung — Schaltgruppen, Einbaumaße, Produktspezifikationen — die ein Elektriker ausführen kann, ohne Rätselraten zu müssen.

Ich bin herstellerunabhängig. Ich bekomme keine Provision. Was ich empfehle, empfehle ich weil es das technisch und gestalterisch richtige Produkt ist — nicht weil jemand damit Marge macht.


Der entscheidende Unterschied: der Zeitpunkt

Der Elektriker kommt in Leistungsphase 8 — wenn gebaut wird. Der Lichtplaner sollte in Leistungsphase 2 dabei sein — wenn geplant wird.

Das ist kein akademischer Unterschied. Wer Lichtplanung erst in der Ausführungsphase denkt, plant mit dem, was die Decke hergibt — nicht mit dem, was der Raum braucht. Dann liegt die Dose falsch. Dann fehlt die Leerrohr für den Dimmer. Dann sitzt die Stehleuchte vor dem Fenster, weil niemand früh genug gefragt hat, wo sie hinkommt.

Späte Lichtplanung ist teure Lichtplanung — oder gar keine.


Brauche ich beides?

Ja. Einen Lichtplaner ersetzt kein Elektriker, und einen Elektriker ersetzt kein Lichtplaner. Sie arbeiten nacheinander — zuerst plane ich, dann führt der Elektriker aus. Wenn das funktioniert, bekommt ein Handwerker klare Unterlagen, kann zügig arbeiten und macht weniger Fehler. Das spart auf beiden Seiten Zeit und Geld.

Was es nicht braucht: einen Elektriker, der parallel zur Bauplanung auch noch Lichtdesign macht. Nicht weil Elektriker das nicht können — sondern weil es nicht ihr Job ist und weil das Ergebnis es zeigt.


Was das für dein Projekt bedeutet

Wenn du baust oder sanierst und noch keinen Lichtplaner im Team hast, ist der früheste mögliche Zeitpunkt der Beste. Nicht wenn der Rohbau steht. Jetzt.

Ein erstes Gespräch kostet dich 30 Minuten. Ich schaue mir die Unterlagen an und sage dir, ob und wie ich helfen kann — ohne Kaufverpflichtung.

 
 
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